Bunker

Es handelt sich im Weinberg um eine Stollenanlage aus dem 19. Jahrhundert.

Die Erdschichten über der Anlage sind bis zu 35 m dick.


Die Kasseler Brauer schlugen um diese Zeit Eis auf der Fulda und lagerten es hier im Weinberg.
Da jeder Brauer Eis dort lagern wollte entstanden mehrere Stollen im
18. Jahrhundert nebeneinander.
Die Temperatur beträgt hier im Stollen Sommer wie Winter immer  12 o  Celsius. Die Luftfeuchtigkeit beträgt teilweise 100%.
In späterer Zeit wurde der Stollen vermutlich als Weinkeller benutzt, wie der Name Weinberg auch schon vermuten läßt, außerdem auch als Bierlager.
Später werden wir noch Räume sehen, die evtl. darauf schließen lassen.
 
Seinerzeit wurden die Stollen längs in den Berg getrieben. Der Weinberg ging schräg nach oben und wurde erst später zur Straße hin nach oben aufgefüllt.
Dies geschah auf Grund einer Bauauflage an die Fam Henschel im Jahr 1903.
Der Berg besteht aus reinem Kalksandsteinfels, zum Teil wurde er in den unteren Stollen abgemauert, in den oberen größtenteils nicht.
Neun Stollen bilden die Basis diese Stollensystems.
Sie sind verknüpft mit Verbindungsgängen und unzähligen Räumen.
Es handelt sich um ein Gewirr unterirdischer Anlagen, wo man schnell orientierungslos werden kann und durchaus die Gefahr des Verlaufens gegeben ist.
Die Gänge hören zum Teil ohne ersichtlichen Grund auf, werden niedriger, teilen sich oder sind einfach in der Mitte oder irgendwo anders abgemauert.
Unter den begehbaren Stollen befindet sich noch ein Ebene, die aber nie erschlossen oder erforscht wurde.
 
Bis zum 2. Weltkrieg wurden  die Stollen für den Zivilschutz, sprich Luftschutz ausgebaut. Bis zum Ausbau der Stollenanlage hatte Kassel am 11. September 1941 schon einen großen Luftangriff erlebt. Aus diesen Erfahrungen heraus wurden noch mehr  Schutzräume gebaut. Bis zum großen Angriff am 22. Oktober 1943 waren es schon 11 Luftangriffe.
An 15. Februar 1942 berichtete die Kasseler Zeitung/Hessische Nachrichten über den Ausbau des Weinberges,  der in diesem Jahr zum „Tag der Polizei“
seiner Bestimmung übergeben wurde.
Es mussten Belüftung, Heizung, sanitäre Anlagen geschaffen werden, die Fäkalien und Abwässer wurden durch ein Fallrohrsystem in die Hofbleiche geleitet. Dies war jedoch bei bis zu 10000 Menschen nicht unproblematisch.
Die vorhandene Feuchtigkeit in den Mauern wurde durch Beheizung und Isolierung der Vermauerung behoben.
Die Belüftungssysteme waren auf Steinblöcke gesetzt. Fiel durch die
Bombenangriffe die maschinelle Luftaufbereitung und Versorgung aus, mussten die Bunkerinsassen selbst mit Handkurbeln die Belüftung sicherstellen.
Die Stollenanlage war ausschließlich für Kurzzeitaufenthalte während der Bombenangriffe vorgesehen.
Er diente im Krieg als Schutzraum, auch in der berüchtigten Bombennacht am 22.10.43 in Kassel. Auch heute kann man zum Teil noch alte Beschriftungen an den Wänden erkennen.
 
 
Bei der Notwendigkeit der Benutzung bei Luftangriffen waren die Gänge links und rechts bestuhlt. Für Pendler und Familien waren auch in verschiedenen Räumen Betten aufgestellt
 
Es gibt einige senkrechte Verbindungen zum über der Stollenanlage befindlichen Henschelgarten. Es bestand dadurch die Möglichkeit in den Bunker abzusteigen. Die Steigleitern in den Schächten sind jedoch verrostet und nicht mehr benutzbar. Die Eingänge wurden aus Sicherheitsgründen im Bereich des Henschelgartens zu betoniert, so dass heute niemand mehr Hinabsteigen kann. In den Schächten befinden sich auch Wasserbehälter um eine Wasserversorgung sicher zu stellen.
  
 
In jüngster Zeit wurde der Bunker aber auch von Leuten benutzt die unerlaubt dort Techno Party's veranstalteten. 
Techno Party                 04.10.1992                     01.00Uhr
 
400 – 500 Personen
Bühne                   Musikanlage     Leinwand                   z.T. vom Offenen Kanal Kassel
Bierzeltgarnituren
Stromverteilungszubehör
Getränkelager